13. September 2017

Evangelische Kirche bestürzt über Verhaftung von Peter Steudtner

Bischof Dröge bittet türkischen Botschafter in Berlin sich für seine Freilassung einzusetzen

Mit Bestürzung hat die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz die Verhaftung von Peter Steudtner zur Kenntnis genommen, der am 2. Juli 2017 in der Türkei mit neun weiteren Personen seiner Freiheit beraubt wurde, als er einen Workshop mit dem Schweden Ali Gharawi für die niederländische Entwicklungsorganisation HIVOS zu IT-Management und dem gewaltfreien Umgang mit Konflikten leitete. Propst Dr. Christian Stäblein: „Peter Steudtner gehört zu unserer Kirche. Für unverbrüchliche Menschenrechte und die gleiche Würde jeder Person einzutreten, ist untrennbar mit dem christlichen Menschenbild verbunden.

01.07.2017

Bundesweite Kirchenasylkonferenz in Frankfurt am Main

Am vergangenen Wochenende kamen Flüchtlingsinitiativen aus ganz Deutschland auf der Kirchenasylkonferenz in Frankfurt am Main zusammen. In einer gemeinsamen Abschlusserklärung kritisierten die Konferenzteilnehmer den zunehmenden Druck von Politik und Behörden auf das Kirchenasyl und forderten die Verantwortlichen auf, „zu einer besonnenen, rechtsstaatlichen Ansprüchen genügenden und an den Menschenrechten orientierten Flüchtlingspolitik“ zurückzukehren.

Mehr dazu in der Pressemeldung der bundesweiten Kirchenasylkonferenz.

Storytelling - Female Role Models, Erzähl-Workshop in der Flüchtlingskirche

Das Projekt »Storytelling - Female Role Models« wendet sich an junge geflüchtete Frauen und wird in Kooperation mit der Flüchtlingskirche und Asyl in der Kirche Berlin e.V. durchgeführt.

Zur Sicherheitslage in Afghanistan

Am Mittwoch, den 31. Mai, gab es den seit Jahren heftigsten Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul, der Grund zur Aussetzung vorgesehener Sammelabschiebungen aus Deutschland nach Afghanistan war. Die mediale Aufmerksamkeit galt aber v.a. der Sicherheit ausländischer Diplomat*innen im Botschaftsviertel, weniger der afghanischen Zivilbevölkerung.

Diesjähriges Grußwort des Ratsvorsitzenden der EKD, Landesbischof Dr. Bedford-Strohm, zum Fastenmonat Ramadan:

Grußwort

Berlin, 19. Mai 2017

Diakonie fordert Schutz für afghanische Flüchtlinge

Die gemeinsame Konferenz der Diakonischen Werke und Fachverbände hat über die aktuelle Abschiebungspraxis nach Afghanistan beraten und ein Abschiebestopp gefordert.

"Abschiebungen nach Afghanistan sind unverantwortlich. Die Sicherheitslage verschlechtert sich stetig weiter, sodass es innerhalb der NATO Überlegungen gibt, das ausländische Militär wieder deutlich zu verstärken. Es gibt in Afghanistan Gebiete, wo derzeitig keine Kampfhandlungen stattfinden. Es kann aber für keine Region vorhergesagt werden, dass es nicht doch kurzfristig dazu kommen kann. Dies führt die Frühjahrsoffensive der Taliban derzeit deutlich vor Augen. Weder staatliche noch internationale Akteure sind in der Lage, sich selbst oder abgeschobene Flüchtlinge zu schützen. Argumente, dass auch in Europa mit Terroranschlägen zu rechnen sei und die Zivilgesellschaft nicht Ziel, sondern zivile Opfer nur Kollateralschäden seien, weisen wir als zynisch zurück.

Wir begrüßen, dass sich einige Bundesländer an den Abschiebungen bisher nicht beteiligen. Der drastische Rückgang freiwilliger Rückkehrer in den ersten drei Monaten des Jahres zeigt, dass es trotz verstärktem Ausreisedruck in Afghanistan keine Perspektive in Sicherheit und Würde gibt. Besonders problematisch sehen wir die staatliche Rückkehrberatung vor oder während des Asylverfahrens.

Insbesondere afghanische Flüchtlinge werden mit der Prognose, dass ihr Asylantrag aussichtslos wäre, verunsichert und zur Rückkehr gedrängt, obwohl sie Schutzbedarf haben. Auch sehen wir die Qualität der Asylentscheidungen kritisch. Durch fehlerhafte Entscheidungen werden schutzbedürftige Flüchtlinge ausreisepflichtig und abgeschoben."

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin
Pressestelle, Zentrum Kommunikation
Telefon +49 30 65211-1780 | Fax +49 30 65211-3780
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

So sieht's der Bischof

Ein Text von Bischof Markus Dröge zum Thema Kirchenasyl, erschienen in der evangelischen Wochenzeitung "Die Kirche", Nr. 18 vom 30. April 2017.

Kirchenasyl
Das Engagement für Menschen, die vor Gewalt, Krieg und Folter fliehen, gehört zum Wesen unseres Glaubens. Das Kirchenasyl ist deshalb Zeugnis christlichen Lebens. Vor über dreißig Jahren in Berlin erstmalig durchgeführt, ist es bis heute ein wichtiges Instrument, um bedrohten Menschen zur Seite zu stehen. Ich bin dankbar dafür, dass Gemeinden unserer Landeskirche diesen Dienst der Nächstenliebe gewähren. Derzeit gibt es 52 Kirchenasyle in der EKBO. Unter den Betreuten befinden sich 32 Kinder. Bundesweit spricht man von etwas mehr als 300 Fällen. Bei den meisten sind es gesundheitliche Gründe, die zu einer Aufnahme ins Kirchenasyl führen.

Wir als Flüchtlingskirche sagen ein klares NEIN! zu Abschiebungen nach Afghanistan.

Dazu gehören auch Abschiebungen in Staaten wie Norwegen, die sich an Abschiebungen nach Afghanistan beteiligen. Afghanistan ist laut Vereinten Nationen kein sicheres Land, es herrscht Krieg, und die Regierung kann die Sicherheit für die Menschen nicht garantieren; Menschenrechte werden massiv verletzt. Wir kritisieren diesen Umgang mit Schutzsuchenden, der zutiefst unseren humanitären Grundsätzen widerspricht und fordern einen bundesweiten Abschiebestopp und eine Aussetzung des Dublinsystems.

Die Flüchtlingskirche ist seit April 2017 Partner im Bündnis gegen Abschiebungen nach Afghanistan.

Asyl in der Kirche fordert: Keine direkten oder indirekten Abschiebungen nach Afghanistan

„Afghanistan ist nicht sicher! Das ganze Land ist zerrüttet, es herrscht Krieg, die dortige Regierung kann in den Provinzen keinerlei Sicherheit garantieren - weder für Menschen die im Land sind, noch für Menschen, die aus der EU nach Afghanistan abgeschoben werden.“ sagt Thomas Ruttig zur Lage in Afghanistan. Der ausgewiesene Afghanistan-Experte, Co-Direktor des Afghanistan Analysis Network, beschrieb am gestrigen Abend die verzweifelte Situation der Menschen im Land. Die Sicherheitslage sei katastrophal und habe sich in den letzten Monaten nicht verbessert. Luftschläge, Säuberungsaktionen und Anschläge gehörten zum Alltag im Land.

Weitere Informationen lesen Sie in dieser Pressemeldung von Pfarrer Bernhard Fricke Download (110 KB)

DANKE-Feier für Ehrenamtliche in Berlin

Am 26. Februar fand die DANKE-Feier der EKBO für die Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit bei uns in der Flüchtlingkirche statt. Hier sind ein schöner kleiner Rückblick und ein paar Erinnerungsfotos:

DANKE-Feier für Ehrenamtliche in Berlin