Was gesagt gehört !


bans of plabans of plastic bags IIstic bags

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Während Menschen in unserem Land Zuflucht suchen, fliegen wir raus in die Welt und machen Urlaub, abgesichert durch Reise -und Gepäckversicherung, informiert durch Sicherheitshinweise vom Auswärtigen Amt, bestückt mit reichlich Gepäck und Knete für einige Wochen. Und dennoch – die Frauen am Strand erinnern mich an Nasim Aslani, eine Iranerin, die diese Bilder malt - von Frauen und ihrem Leben- oft mit schwerer Arbeit, oft im Kampf ums Überleben. Vielen Menschen begegnete ich am Strand in Kenia – reichen und bitterarmen. Auch dem Makondeschnitzer, ehemals Flüchtling aus Mosambik, alt geworden im fremden Land, ringt er um die portugiesischen Worte, die er fast vergessen hat. Er schnitzt wunderschön und überlebt mit 2-3 Euro am Tag. Nebenbei sammelt er die übriggelassenen Flipflops am Strand und nagelt sie an den Pfosten seiner Hütte – als Hingucker und Mahnung, das Meer zu erhalten, an dem er lebt. Mich erinnert es an den „bans of plastic bags“ in diesem Land. Unter hoher Strafe wurden alle Plastiktüten verboten. Es funktioniert - selbst in den Slums sieht man Menschen mit Körben und Taschen - der Müll ist zurückgegangen – ein starkes Vorbild für unsere Welt. Beschämt denke ich an unsere Supermärkte und die großen Worte, die geschwungen werden - auch der Vielfalt der Flüchtlinge hier gegenüber, den Menschen aus dem Kongo, Burundi, Äthiopien, auch Somalia und dem Sudan. Die Welt bringt uns zusammen - lasst uns gemeinsam ums Überleben ringen!

D.S-N.



Gedanken einer Mitarbeiterin.

Meine Klienten

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Meine Klienten sind nachts durch fremde Wälder gegangen, auf der Suche nach einem Weg, mit einem Kind an der Hand.

Meine Klienten sind durch hüfthohen Schnee über die Berge gegangen, ohne Handschuhe, ohne Jacke.

Sie sind durch die Wüste gefahren, an ein Fahrzeug geklammert, vorbei an Skeletten, durstig. Wohin?

Sie waren in Lastwagen und Kofferräumen eingeschlossen, stundenlang, dunkel, unsicher.
Meine Klienten fühlen noch immer das Schwanken des Bootes, es kippt, wirft Menschen ins Meer, sie hören die Schreie.

Meine Klienten waren angekettet, sie wurden mit Knüppeln geschlagen, entführt, bedroht, bespuckt, abgewiesen.

Sie haben mit ihren Kindern im Dreck geschlafen, ihre Väter und Brüder wurden ermordet, ihre Zähne wurden ausgeschlagen, ihre Ohren abgeschnitten. Sie haben ihren letzten Rock gegen ein Stück Brot getauscht, ihre Schlüsselbeine wurden gebrochen, sie wurden belogen, sie waren in Haft, ihre Kinder waren in Haft.

Cecilia gedichtSie zeigen mir Fotos von verwundeten Schwestern, Brüdern mit Sonnenbrillen, zerstörten Häusern, Kamelen, zurückgelassenen Kindern. Sie zeigen mir Bescheide, Duldungen, Bescheinigungen, Arbeitsangebote, Arbeitsverbote, Ablehnungen, Atteste, Grenzübertrittsbescheinigungen und Angst.

Meine Klienten haben falsche Pässe gekauft und andere Namen genannt. Sie haben kein Visum und keine Fahrkarte.

Sie sind Straftäter, Kriminelle, Lügner, Antragsteller, Asylbewerber, Flüchtlinge, Klienten, Mandanten, Aktenzeichen, Geschäftszeichen, volljährig, minderjährig, aus sicheren Herkunftsstaaten, Geflüchtete mit guter Bleibeperspektive, Geflüchtete mit schlechter Bleibeperspektive, Gestattete, Geduldete, Dublinfälle - so sagt ihr.

Aber das ist nicht wahr. Schaut hin! Sie sind Menschen. Starke und doch so zerbrechliche Menschen.

Und die Würde des Menschen ist unantastbar.

 C.J. 



Ein reiferer Herr und Gandhi

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Robert ReliefIch bin ein reiferer Herr ( hier in der Flüchtlingskirche tätig ) und kann die letzten 40 Jahre bewußt überblicken. Die politischen, sozialen und wirtschaflichen Zustände dieser Republik und der Welt haben sich seit den 70igern des letzten Jahrhunderts stark verändert. Manche sagen zum Vorteil. Andere sagen zum Nachteil. Denke ich über die Welt, dieses Land  und über die Vergangeheit vergleichend zur Jetztzeit nach, fällt mir immer ein Zitat von Ghandi ein.

Das lautet:

 

"Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier einzelner." 

R.F.H